Blick auf das Torhaus der Landesschule Pforta. Das im Stile der Neogotik gestaltete mit Erkern und Treppengiebel versehene Gebäude wurde 1855/56 errichtet. Zuvor stand an dieser Stelle die alte Weberei und daneben die Wohnung des Portarius, des Torwächters, eines Konversen des Klosters. Vor dem alten Torhaus lag die Herberge des Klosters, die von Fremden benutzt werden konnte, ohne das Kloster betreten zu müssen. Romanische Baureste haben sich an dieser Stelle nachweisen lassen.

 

Ehre Deutscher, treu und innig
Der Erinnerung werter Schatz,
Denn der Knabe spielte sinnig
Klopstock einst an diesem Platz

An dem eng begrenzten Orte
Bilde dich, wie sich s gebührt,
Jüngling, öffne dir die Pforte,
Die ins weite Leben führt.“

Johann W. v. Goethe

Die sogenannte Abtskapelle im Osten der Klosteranlage war ursprünglich die Kapelle des Klosterkrankenhauses (Infirmarium). Sie wurde erst nachträglich an das schon bestehende Gebäude angebaut. Das erfolgte um 1220/30. Die unverändert überlieferte Kapelle zählt zu den besonderen Kostbarkeiten romanischer Baukunst.

Ihre Ornamentik ist den Werken der Maulbronner Hütte in Walkenried verwandt. Das Fürstenhaus, das sich aus dem nördlichen Klostergeviert heraushebt, entstand inschriftlich 1568-75. Kern der stattlichen Renaissance Anlage ist das Kranken- und Siechenhaus des Klosters.

Die beiden spätromanischen Portale am Haus stammen von anderer Stelle und wurden erst 1900 hierher versetzt. Das Kloster Pforte ist 1540 aufgehoben und 1543 in eine Landesschule umgewandelt worden, die heute noch besteht. Zu ihren bekanntesten Absolventen zählen Klopstock, Fichte, Ranke, Lepsius, Nietzsche und Lamprecht. Westfassade der Kirche des Klosters St. Marien ad Portam bei Naumburg . Das Kloster Pforte wurde 1137 von dem regsamen Orden der Zisterzienser gegründet. Gemäß ihrer Ordensregeln förderten die Mönche die Kultivierung der Saaleaue sowie den Bau von Brücken, Wehren und Dämmen. Das Kloster Pforte zählte zu den reichsten und mächtigsten Abteien Thüringens. Mit dem Bau der Kirche wurde kurz nach Gründung des Klosters begonnen.

Im 13./14. Jahrhundert wurde die Kirche nach französischem Vorbild erneuert und mit dem Bau der Westfassade abgeschlossen. Die großartig gestaltete Kirchenfassade weicht mit ihrem Schmuckreichtum von den traditionellen Regeln zisterziensischer Baukunst deutlich ab. Auf dem südlich der Kirche liegenden Friedhof steht die sogenannte „Ewige Lampe“, die zum Seelenheil der Verstorbenen gestiftet wurde. Sie ist die älteste und einzige Totenleuchte dieser Art in Deutschland, die im Einweihungsjahr des neuerbauten Kirchenchores 1268 errichtet wurde.

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